Giebelabfangung Langenstraße 72 + Schlachte 36

Zeitraum
2003/04

Beschreibung des Projektes

Auf dem Grundstück Schlachte 36 und Langenstraße 72 wird ein neues Gebäude errichtet. Der Neubau wurde von der Baubehörde mit der Auflage freigegeben, dass die bestehenden alten Fassaden erhalten und in den Neubau integriert werden. Unser Büro wurde mit der Aufgabe betraut die statischen Berechnungen zu überprüfen und eventuell entstehende Risiken und Probleme, die im Bauablauf entstehen könnten, im Vorfeld zu sichten.

Vorgang

Stützgerüst System Layher Allround mit Breite 7,7 m, Höhe 9,9 m und Tiefe 3,07 wurde von der Firma ARA Gerüstbau GmbH aus Bremen vor die Fassaden gesetzt und mit dem vorhandenen Mauerwerk durch Maueranker verbunden. Die Aussteifung der Konstruktion wird durch Diagonalen und Abspannungen erreicht - ein Ballast von 190 kN wurde aufgebracht. Gerüstfüße werden unverschieblich mit vier HEB-140 Träger gehalten, welche wiederum mit der bestehenden Fassade und einer Stahlkonstruktion im Kellergeschoss verbunden sind.


Langenstraße 72
 
Schlachte 36

Im weiteren Bauablauf wurden die bestehenden Gebäude von dem Abbruchunternehmen Koldehofe aus Reeßum komplett abgetragen. Die Verankerungen von Mauerwerk-Gerüst in der Langenstraße waren ausreichend und brauchten nicht weiter verstärkt zu werden. Das Mauerwerk des Giebels Schlachte erwies sich dagegen als ungenügend. Die Annahme wurde durch eine Reihe von Zugversuchen unterstrichen. Zur Verstärkung der Fassade wurden hier in den drei Deckenebenen zusätzlich Kanthölzer mit den Rand-Deckenbalken zusammengespannt und mit dem Gerüst verbunden. Die Gebäudewände wurden in ca. 30 cm Abstand vor der Fassade eingeschlitzt. An den Außenseiten sind ebenfalls Kanthölzer angebracht und mit den inneren Balken durch Schalungsanker verbunden. Die Verankerung des Giebels mit dem Traggerüst erfolgt mit Gerüstrohren durch die Fensteröffnungen.

 
Blick vom Gerüst Schlachte während der Abbrucharbeiten


Zugversuche an den Verankerungen
der Fassade
 
Prüfinstrument für
Dübel-Zugversuche


Schlachte 36
 
 
Blick vom inneren der Baugrube
zum Giebel Langenstraße 72


Der alte Giebel wird jetzt nur noch durch die Gerüstkonstruktion gehalten.

Im Zuge des weiteren Gebäudeabrisses wurden Gebäudereste aus dem 12. Jahrhundert entdeckt und so weit wie möglich freigelegt. Jede Bodenschicht und Stein wird genaustens von Archäologen in Bild und Schrift aufgenommen.


Die abgebildete Mauer war vor
800 Jahren ein Streifenfunfament.
 
Ein "Betriebsausflug" in die Baugrube
 

 
Überreste eines Rinnsaals

 
Sehr gut sind hier die unterschiedlichen Bodenschichten zu erkennen.


So könnte das Gebäude vor 800 Jahren ausgesehen haben.

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